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Samstag, 12. Mai: 10.15 - 11.00 Uhr

 

Urmas Tartes (digitaler Dia-Vortrag)

Der Mikrokosmos der Insektenwelt

 

Urmas Tartes, Jahrgang 1963, lebt in Tartu in Estland. Obwohl er bereits in seiner Jugend erste Erfahrungen mit der Kamera sammelt, so macht ihn doch erst sein Biologie-Studium zu einem ambitionierten Fotografen.

Seine Liebe galt den Insekten, die auch schnell zu seinem Spezialgebiet wurden. Als sich dies in seinem Bekanntenkreis herumgesprochen hatte, erwartete jeder von dem Biologie-Studenten, dass er auch eine große Insektensammlung besitzen würde. Dem war aber nicht so, da es Urmas Tartes widerstrebte, Insekten nur für eigene Sammlungszwecke zu töten. So reifte in ihm die Idee, sich eine eigene Insektensammlung zuzulegen, die ausschließlich aus Insektenfotos bestehen sollte.

Während einer botanischen Exkursion 1985 auf Saaremaa Island entstanden mit einer gebrauchten Smena Symbol seine ersten Insektenaufnahmen. Das Resultat entsprach natürlich nicht dem, was sich Urmas Tartes davon erhofft hatte und konnte schon gar nicht die Erwartungen an eine „fotografische Insektensammlung“ erfüllen.

Also verbrachte er den kommenden Winter damit, alle verfügbaren Fotobücher zu lesen. Zwar gab es zu dieser Zeit in der UdSSR nicht sehr viel Literatur über Nahaufnahme oder Makrofotografie, aber die Lektüre der existierenden Bücher verschaffte ihm doch einen guten Überblick über die Fotografie im Allgemeinen und über Blitzgeräte und Objektive im Speziellen. Aber die benötigten Nahaufnahme- oder Makroobjektive waren nicht verfügbar. So entstanden die ersten vorzeigbaren Insektenfotos mit einer Zenith-Kamera, einem Makro-Blitzgerät und einem angepassten Reproduktions-Objektiv.  

Nach dem Abschluss des Biologie-Studiums 1989, schloss Urmas Tartes seine Forschungstätigkeit 1995 mit einer Studie über die Atmung der Insekten ab. Heute ist er Professor für Zoologie und hat einen Lehrstuhl an der Estischen Universität für Biologische Wissenschaften.

Auch seine Kameraausrüstung hat sich mit den Jahren verändert und längst verfügt der Zoologie-Professor über eine professionelle Canon-Nahaufnahmeausrüstung. Mittels verschiedener Makro- und Umkehrobjektive sowie den entsprechenden Zwischenringen ist es ihm möglich, Abbildungsmaßstäbe bis hin zu 7:1 zu realisieren. Seine bevorzugten Motive sind die kleinen Schönheiten aus dem Reich der Blumen, der Pilze, Moose und Flechten. Doch seine heimliche Liebe gilt den Insekten, der er ausschließlich unter natürlichen Bedingungen fotografiert.  

Inzwischen ist die Fotografie zu seinem zweiten Beruf geworden. Urmas Tartes schreibt Artikel in Tageszeitungen und Fachzeitschriften, hält Seminare und Dia-Vorträge. 2002 hat er den Grand Prix der Naturfotografie in Estland gewonnen.

Die Dia-Show “Mikrokosmos der Insektenwelt” widmet sich dem Teil unserer Natur, der üblicherweise kaum Beachtung findet. Doch der zumindest genau so wunderbar ist, wie die schönste afrikanische Wasser-Lilie oder das beeindruckendste Tier in der Savanne. Dieser Mikrokosmos begegnet uns überall und während des gesamten Jahres. Man muss sich nur die Zeit nehmen, sich zu ihm herab zu begeben um die eigene, kleine Welt zu beobachten. Der Betrachter wird aus dem Staunen nicht mehr herauskommen. 

www.zbi.ee/tartes

 
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