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Alfred Erardi (Dia-Vortrag)

 

Alfred Erardi
Wassersinfonie

Die Facetten des Wassers sind vielfältig und stimmungsvoll. Mal begegnet uns die „Quelle des Lebens“ als tosender Wasserfall, dann als einsamer Wassertropfen oder gar als melancholische Nebelbank. Es ist Zeit für eine Wassersinfonie.

Komponiert hat diese Wassersinfonie der Südtiroler Alfred Erardi (Jahrgang 1952). Aufgewachsen ist er auf einem kleinen Bergbauernhof am Rande des jetzigen Naturparks Fanes-Senes-Prags in den Dolomiten. Schon in jungen Jahren verbrachte Alfred den ganzen Sommer bei jedem Wetter als Kuhhirte in der freien Natur. Er konnte dabei Stunden mit dem Beobachten von Ameisen und Libellen, dem Fangen von Heuschrecken und Kaulquappen verbringen und vergaß darüber nicht selten die Zeit und auch die ihm anvertrauten Tiere. Diese Erlebnisse aus seiner Kindheit haben in ihm Spuren hinterlassen und so verwundert es nicht, dass seine Begeisterung für die Natur bis heute geblieben ist.

Mit 10 Jahren bekam Alfred Erardi eine einfache Kamera geschenkt, mit der er seine ersten Erfahrungen in der Fotografie sammeln konnte. Von seinen ersten Ersparnissen erstand er im Jahre 1977 eine Kleinbild-Spiegelreflexkamera und fotografierte in den darauf folgenden 20 Jahren in der freien Natur. Abhängig von der Jahreszeit reichten die Motive von Insekten bis zum Mond und den Sternen. Eine Wende kam 1997 auf einer Fotobörse. Eigentlich war er nur auf der Suche nach einem Filter, er kaufte jedoch dann eine verstellbare Laufbodenkamera aus dem 1965. Mit dieser Linhof Technika 70 für das Format 6x7 cm fotografiert er noch heute.

Anfänglich waren für das Gründungsmitglied der Südtiroler Naturfotografen-Vereinigung „Strix“ das Beurteilen und Einstellen des auf dem Kopf stehenden und seitenverkehrten Motivs auf der Mattscheibe nicht ganz einfach. Vom Detailreichtum und der Brillanz der Dias war er jedoch von Anfang an begeistert. Und so lernte er auch die Verstellmöglichkeiten schätzen und „komponierte“ ab jetzt seine Aufnahmen. Nach der Regel von Scheimpflug werden eine Blumenwiese von Nah bis Unendlich scharf abgebildet, ohne dabei abzublenden. Durch Parallelverschiebung werden die stürzenden Linien korrigiert. Dadurch wirken beispielsweise Berge viel wuchtiger, als wenn sie mit starrer und nach oben geneigter Kamera aufgenommen werden.

In seiner Freizeit ist der Sportlehrer hauptsächlich in den Dolomiten unterwegs, immer auf der Suche nach Motiven. Ganz besonders faszinieren ihn dabei die kleinen und unscheinbaren Wunder der Natur, die man überall vorfinden kann, wenn man die Augen und besonders das Herz für sie offen hat.
Volle Konzentration auf Motiv und Bedienung der Kamera, langsames und sorgfältiges Arbeiten, Warten auf günstige Lichtstimmungen sind für Alfred Erardi die beste Möglichkeit, zur Entspannung und Erholung. Nicht selten benötigt er eine halbe Stunde und mehr für ein Bild. Gilt es doch dabei optimale Lichtverhältnisse abzuwarten und die Aufnahme sorgfältig zu komponieren. Das frühe Aufstehen, der lange Anmarsch und der schwere Rucksack sind schnell vergessen, wenn ein gelungenes Diapositiv in seinem „Idealformat“ auf dem Leuchttisch liegt.

Alle Aufnahmen seiner „Wassersinfonie“ sind in den Dolomiten bzw. Südtirol entstanden. Es werden Quellgebiete, naturnahe Gebirgsbäche, bezaubernde Bergseen, Spiegelungen und viele Details gezeigt. Wasser in verschiedenen Variationen: Tau, Nebel, Wolken, Raureif, Eis und Schnee. Spuren von Wasser im Schlamm, im Sand und im Gestein. Durch die Bilder möchte Alfred Erardi die Stille, die Harmonie und den Frieden, die er in der Natur vorfindet, verspüren lassen und auf das Publikum übertragen. Und eine Stärke seines Vortrages ist auch das Mittelformat, vorgeführt mit zwei hochwertigen Götschmann-Projektoren.

Sonntag, 05. Juni 2005, 13:00 - 13:30 Uhr:
Alfred Erardi
Wassersinfonie

 

 
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