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Samstag, 19. Mai: 13.45 - 14.30 Uhr

 

Gletscherschwund -
Das Sterben der kalten Riesen

Hinrich Bäsemann

 

Hinrich Bäsemann, Jahrgang 1946, wird auf der Insel Juist geboren. Nach einem naturwissenschaftlichen Studium, Spezialgebiet Meeresgeologie und Eiszeit, arbeitet der promovierte Naturwissenschaftler als Wissenschaftsjournalist. Bereits in den 80er Jahren beginnt er damit, Gletscher in Europa und Amerika zu fotografieren. Die Dokumentation des Klimawandels in der Arktis und an kontinentalen Gletschern wird zu einem der Schwerpunkte seiner fotografischen Tätigkeit.

 

1993 zieht er nach Tromsø in Nordnorwegen, 300 km nördlich des Polarkreises, von wo der Fotojournalist seit dem über die polaren Regionen berichtet.

Immer wieder gab es Phasen der Erdgeschichte, in denen das Weltklima verhältnismäßig kalt oder warm war. Doch in den früheren Zeiten nahm die Vergletscherung ein wesentlich größeres Ausmaß ein als heute. Bereits 1835 hielt Karl Friedrich Schimper als einer der ersten Naturwissenschaftler Vorträge über „Weltsommer und Weltwinter“, in denen er Vorstellungen über Klimaschwankungen und Zeiten der Vereisung entwickelte. 1840 folgten die "Studien über Gletscher" von Louis Agassiz.

Gletscher dringen mit einer Kraft in die Landschaft vor, die einzigartig in der Natur ist. Sie sind für viele Täler, Seen und Hügel auf unserem Planeten verantwortlich.

 

Doch so mächtig die kalten Riesen auch sind, sie haben einen Feind, dem sie nichts entgegensetzen können. Durch den Klimawandel ist das Thermometer des Weltklimas dramatisch angestiegen und bedingt durch die Erderwärmung werden Gletscher weltweit immer kleiner oder verschwinden sogar ganz. Und mit dem Rückzug der Eiskolosse verschwinden auch die Lebensräume vieler Tier- und Pflanzenarten. Der Rückgang der Artenvielfalt folgt dem Gletscherschwund.

Als im Juni 2007 der Welt-Umwelttag der Umweltvereinigung UNEP der Vereinten Nationen zum Thema Arktis in Tromsø veranstaltet wird, hat Hinrich Bäsemann die Idee, seine tief im Archiv liegenden Fotos der früheren Gletscheraufnahmen für eine Art Bilanz zu nutzen So sucht der Eiszeitgeologe früher besuchte Gletscher in Europa, Grönland und Nordamerika wieder auf und fotografiert sie möglichst vom selben Standort aus erneut. Die beobachteten Eisrückgänge, die sich bereits in den nur drei Jahrzehnten dokumentieren lassen, sind teilweise dramatisch.

 

Hinrich Bäsemann zeigt in seinem Vortrag nicht nur die Faszination der Gletscher, sondern dokumentiert auch das Sterben der kalten Riesen.

www.polarfoto.com

  

 
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