Samstag, 15. Mai: 10.15 - 11.00 Uhr
Dagmar Hilfert Rüppell, Georg Rüppell
Libellen - Rasante Raubritter der Liebe
Dagmar Hilfert-Rüppell (Jahrgang 1969) erforscht, fotografiert und filmt Libellen seit über 15 Jahren. Die promovierte Biologin hat auf zahlreichen Reisen Libellen untersucht und darüber viele Vorträge gehalten. Sie ist wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Technischen Universität Braunschweig.
Georg Rüppell (Jahrgang 1940) beschäftigt sich mit dem Tierflug seit über 40 und mit Libellen seit über 20 Jahren. An den Universitäten in Erlangen und in Braunschweig hat er über 30 Jahre lang Zoologie gelehrt, viele Zeitlupenfilme über Vögel und Libellen hergestellt und Bücher darüber verfasst.
Gemeinsam haben sie zwei prämierte Fernseh- und Unterrichtsfilme erstellt.

Libellen, die es schon seit über 300 Millionen Jahren gibt, sind die Giganten unter den Insekten. 70 cm Spannweite hatten im Karbon die größten Arten. Heute bringen es tropische Riesenlibellen auf 20 cm Spannweite. Sie leben seit dieser Zeit unverändert erfolgreich. Warum sind viele Tiergruppen ausgestorben und sie solche Siegertypen?
Da das aufregende Verhalten der Libellen vor allem im Flug stattfindet, mussten die Referenten neue Wege der Bilderfassung beschreiten. Außer Nahaufnahmen gelangen noch nie gesehene Action-Fotos. Kameras wurden mit kürzesten Belichtungszeiten in Serienschaltung mit den Libellen mitgerissen.

So zeigen Bilder vom Beutefang, wie diese großen Insekten mit ihren ausgestreckten sechs Beinen, die mit mehr als 200 ultradünnen Fangborsten besetzt sind, andere Fluginsekten aus der Luft greifen. Atemberaubenden Luftkämpfe lassen erkennen, wie Gegner in die Flucht geschlagen werden oder sogar mit dem Tode bezahlen müssen.
Das kurze Leben der Fluginsekten von Wochen oder nur Tagen, dient vor allem der Fortpflanzung. Und eine Paarung verleiht dem Männchen Flügel. Es gewinnt danach alle Kämpfe, bleibt selbst bei Regen aktiv und ist hoch motiviert für weitere Kopulationen. Erfolg macht Erfolg - auch bei Libellen.

Dagmar Hilfert-Rüppell und Georg Rüppell richten ihr Augenmerk auf diese Flugtänze - mit Zeitlupenkameras. Die Aufnahmen geben nicht nur Einblicke in die Sprache der Libellen, sie zeigen auch dem Auge verborgene ästhetische Momente, die Mut machen sollen, diese wunderschönen Tiere selber anzuschauen und selber abzubilden.
Wer diesen faszinierenden und technisch interessanten Vortrag während der Fürstenfelder Naturfototage erlebt, wird Libellen, die uns überall begegnen, mit anderen Augen anschauen. Vielleicht ein wenig mit Libellenaugen.
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