Samstag, 16. Mai: 09.35 - 10.15 Uhr
Lebensraum Nationalpark -
Dilemma zwischen Mensch und Tier
Ernst A. Hegenbarth
Ernst A. Hegenbarth, Jahrgang 1951, wird nach einer Ausbildung zum Zahntechniker zu einem Spezialisten der „Dentalen Ästhetik“. Seit 25 Jahren hält er weltweit Vorträge auf Seminaren und wissenschaftlichen Kongressen über dieses Thema.
Nach einer ersten Reise 1973 nach Indien und Nepal im VW-Bus sind abenteuerliche Reisen zu exotischen Zielen seine Leidenschaft. Asien mit ausgedehnten Bergtouren ist typisch für seine 70er Jahre. Nach einer ersten Besteigung des Kilimandjaro in Tansania im Jahre 1980 erwacht das Interesse für Afrika. Fine Art Prints seiner Portraits der Himba in Namibia oder der Naturvölker in Äthiopien werden in Galerien in Südafrika ausgestellt.

Seit 14 Jahren ist Knysna in Südafrika seine zweite Heimat. Gemeinsam mit seiner Frau ist er für mehrere Monate des Jahres mit der Kamera in Afrika unterwegs. Neben der grandiosen Tierwelt in den Nationalparks sind auch die Menschen und deren Situation im Umfeld der Parks von Interesse. Insbesondere die noch ursprünglich im Einklang mit der Natur lebenden Völker Afrikas verdienen Beachtung.
Ernst A. Hegenbarth nimmt die Zuschauer mit auf eine Reise vom Süden Afrikas über Botswana, Simbabwe, Sambia und Tansania bis nach Kenia, Uganda und Äthiopien. Lassen Sie sich faszinieren von den einmaligen Landschaften der Kalahari bis zu den Flüssen und Savannen Ostafrikas mit ihren wilden Tieren.

Es gibt sie noch, die fast unberührten Nationalparks, wie den Ruaha und den Selous Nationalpark im Süden Tansanias. Auch die berühmte Serengeti bietet trotz eines regen Safaritourismus noch immer einmalige Gelegenheiten für Tierbeobachtungen. Die Migration riesiger Gnu- und Zebraherden durch Serengeti und Masai Mara in Kenia lockt noch tausende von Touristen nach Ostafrika.
Die Nationalparks und das Erleben der fantastischen Tierwelt ändern sich mit den Jahreszeiten, aber auch in Abhängigkeit von den klimatischen Bedingungen über längere Zeiträume. Das Okavango Delta ist von den Regenfällen im weit entfernten Angola abhängig. Fließt, wie seit einigen Jahren wieder, der Savute Kanal im Chobe Nationalpark, sind dort auch wieder größere Elefantenherden zu bewundern. Für die beeindruckenden Löwenrudel, die dort auch Elefanten jagen, sind dies Zeiten des Überflusses. Gegen Ende der Trockenzeit sammeln sich die Tiere dann an den wenigen verbliebenen Wasserstellen.

So schön es ist tolle Bilder von wilden Tieren in beeindruckenden Multivisions-Shows zu sehen, so sollte es uns doch auch ein Anliegen sein, auf deren Bedrohung hinzuweisen. Denn viele afrikanische Nationalparks leiden unter den Problemen des Bevölkerungsdrucks, einer extrem zunehmenden Wilderei und den kommerziellen Interessen bei der Gewinnung von Rohstoffen. Die grausame Jagd auf die bedrohten Nashörner und die Gier nach dem Elfenbein der Stoßzähne der Elefanten scheinen unaufhaltsam.
Nur wenn das natürliche Habitat und die Tierwelt der Savannen und Urwälder Afrikas erhalten bleiben und die Menschen den Wert der wilden Tiere schätzen und zu schützen lernen, hat die Natur Afrikas trotz aller Widrigkeiten eine Chance. Der Lebensraum Nationalpark gehört Mensch und Tier, und das sich daraus ergebende Dilemma kann der Mensch nur mit Einsicht und Verhaltensänderung lösen.
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