Freitag, 15. Mai: 18.30 - 19.00 Uhr
Licht über Afrika
AIDS in Afrika und Kindersoldaten in Uganda
Katja & Josef Niedermeier
Katja, Jahrgang 1974, und Josef Niedermeier, Jahrgang 1969, arbeiten nach ihrem Biologie-Studium und der Ausbildung zu Fachjournalisten als Referenten am Institut für Film und Bild in München. Eine Madagaskar-Reise ist für beide zukunftsweisend und seitdem widmen sie sich unter dem Namen Focuswelten der Dokumentation Afrikas. Wissenswertes über Flora und Fauna zu erfahren, die Völker Afrikas kennen zu lernen und die Abenteuer mit allen Sinnen zu erleben, wird in den Multivisionen der beiden Ethologen groß geschrieben.

Um junge Menschen für die Anliegen Afrikas zu interessieren, produziert das Focuswelten-Team für missio München eine multimediale DVD, die sich zeitgemäß mit Themen wie Menschenrechte, Friedensarbeit und Nächstenliebe auseinandersetzt. Darin werden auch die großen Probleme Afrikas angesprochen: AIDS in Afrika, Kindersoldaten in Norduganda.
„Was gehen uns die anderen an?“, fragt der Bundespräsident Horst Köhler in einer Rede aus dem Jahr 2004 an der Universität Tübingen zur Gründung der Stiftung Weltethos. "Wenn wir Afrika hören, denken wir dann nicht vor allem an den Kontinent der Katastrophen? An den Kontinent der Hungersnöte, der zusammenbrechenden oder nicht funktionierenden Staaten, der Bürgerkriege, der Kindersoldaten, an den Kontinent, der an der Entwicklungshilfe hängt wie am Tropf und doch nie gesund zu werden scheint?“
Mit „Licht über Afrika“ soll dem Bild des „verlorenen“ Kontinents entgegengewirkt werden und zeigen, dass Licht und Schatten untrennbar zusammengehören, dass trotz schwieriger Bedingungen und großer Probleme, Hoffnung und Lebensfreude den Kontinent erhellen. Afrika bietet uns die wohl erhabensten Landschaften unserer Erde, die erstaunlichsten Tiere und Pflanzen die wir kennen. Es ist die Wiege der Menschheit - hier lernten wir aufrecht zu gehen. Focuswelten will zwei große Probleme ansprechen und dabei Hoffnung säen.

HIV/AIDS ist wie eine Tsunami-Welle, die jeden mitreißt, den sie erfasst. HIV/AIDS hat Afrika im Griff wie keine andere Krankheit, es vernichtet ganze Generationen und hat sich zur größten humanitären Katastrophe der Welt entwickelt. Am Beispiel der Massai wird dokumentiert, wie auch ein Naturvolk innerhalb kürzester Zeit von dieser tödlichen Erkrankung erfasst werden kann. Die Reportage zeigt, wie HIV/AIDS auch in anderen Ländern Afrikas die Menschen herausfordert, welche Konsequenzen und auch Hoffnungen es gibt! Schulen unter Bäumen und Erwachsenenbildung sind nur zwei Maßnahmen, die Licht über Afrika bringen können.

Auch an das Schicksal von Kindersoldaten im Acholiland in Norduganda werden die Zuschauer herangeführt. Dort tobt über 20 Jahre hinweg ein blutiger Bürgerkrieg. Joseph Kony und sein Heer von Kindersoldaten führen Krieg gegen die Armee des Präsidenten Museveni - der selbst mit Hilfe von Kindersoldaten an die Macht kam. Bis 2008 leben über 1 Millionen Menschen in Flüchtlingslagern - unbeachtet vom Rest der Welt. Sie lernen den 15-jährigen Opio kennen, der mit 11 Jahren von Rebellen entführt und zwangsrekrutiert wurde. Und sie lernen das Leben in den Flüchtlingslagern kennen - in Worten kaum zu beschreiben. Sie lernen Pater Gerner kennen, der über Jahre hinweg in seiner Kirche nachts tausenden von Kindern Schutz vor den Entführungstrupps von Joseph Kony gab. Die Situation hat sich im Acholiland entspannt, aber inzwischen geht im benachbarten Kongo das Leiden, Sterben und Entführen weiter.
„Für mich entscheidet sich die Menschlichkeit der Welt am Schicksal Afrikas“. So endete die Rede von Horst Köhler und diese Aussage ist aktueller denn je.
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