Carmen Rohrbach wächst im Weinstädtchen Freyburg an der Unstrut auf. Früh gilt ihr Interesse der Natur. Das Biologiestudium schließt sie mit dem Diplom ab, danach bemüht sie sich um Forschungsaufträge in der Mongolei, in Kuba oder in Sibirien. Weil sie Verwandte in Westdeutschland hat, werden alle Anträge abgelehnt.

1974 entschließt sie sich zur Flucht aus der DDR über die Ostsee. Nach dem das Schlauchboot zerstört werden muss, schwimmt sie zwei Tage und Nächte bis sie von der Besatzung einer polnischen Hochseeyacht verraten wird. Es folgen zwei Jahre Haft in DDR-Gefängnissen.
Danach wird die Biologin nach Westdeutschland ausgewiesen und promoviert am Max-Planck-Institut für Verhaltensforschung. Sie reist nach Afrika, Asien, Amerika, durchquert den Jemen allein auf einem Kamel oder wandert ein halbes Jahr durch die Anden. Über ihre abenteuerlichen Reisen schreibt sie eine Reihe fesselnder Bücher und wird zu einer der erfolgreichsten Reiseschriftstellerinnen Deutschlands.
Sie lernt mongolisch, um in das Land ihrer Kindheitsträume reisen zu können. Die Heimat des legendären Dschingis Khan ist ein Land mit Steppen-, Hoch-gebirgs- und Wüstenanteilen und mit der Gobi, nördlichste Wüste der Erde.

Über „ihre“ mongolische Gastfamilie bekommt die promovierte Biologin den lang ersehnten Kontakt zu Nomaden, die sie hinaus in die unermessliche Weite des Landes führen. An ihrer Seite lernt sie das Leben in der Jurte kennen.
Nachdem Carmen Rohrbach gelernt hat, auf den halbwilden Pferden zu reiten, unternimmt sie mit ihrem Begleiter Mandach eine 800 Kilometer lange Pferdetour entlang des Flusses Dsawchan. Sie übernachten in den Jurten der Nomaden oder in ihren eigenen Zelten. Auf der Suche nach dem See „Ereen nuur“ erleben sie die Einsamkeit der Wüste. Ihren Höhepunkt hat die Reise zu Pferd in den Bergen des Altai.
Nach einem Abstecher in die Wüste Gobi entführt uns die bekannte Reise-schriftstellerin in den Hohen Altai zu den Adlerjägern, mit denen sie zur Jagd ausreitet und an ihrem jährlichen Adlerfest teilnimmt.

Im Vortrag „Mongolei - zu Pferd durch das Land der Winde“ lässt Carmen Rohrbach die Zuschauer hautnah das harte Leben in der Steppe miterleben. Und es gelingt ihr, das berührende Bild einer Landschaft und deren Bewohnern zu zeichnen, das den Wunsch weckt, noch mehr über die uns bisher wenig bekannte Mongolei zu erfahren.
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