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Grußwort

Unser tägliches Leben ist ohne die visuelle Information, ist ohne das Bild nicht mehr vorstellbar. Den Umgang mit der Flut von optischen Eindrücken und Inhalten müssen wir von klein auf erlernen. Mit unseren Augen wollen wir nicht nur sehen, sondern vor allem etwas erkennen. Zu Beginn der Menschheit war das Erkennen wollen, ja das schnelle erkennen müssen von Gefahren und von möglichen Nahrungsmitteln die Notwendigkeit für das Überleben des Individuums und seiner Sippe. Jeder der heute auf der Jagd nach Bildern in bekannten und unbekannten Wäldern und Landschaften unterwegs ist, wird auch heute noch von diesem Urinstinkt begleitet, der für unsere persönliche Sicherheit notwendig ist.

Die Ebene der Bildbetrachtung birgt dagegen nur die Gefahr etwas nicht erkennen zu können, den Inhalt eines Bildes in seiner Aussage nicht zu verstehen. Denn man kann nur das eindeutig erkennen, was man selber kennt. Das rationale Begreifen von Bildinhalten ist also abhängig von der Bildung und dem speziellen Wissen eines jeden Betrachters. Wird ein Motiv im Wahrnehmungsprozeß erkannt, so wird es vom Rezipienten über ein persönliches Interesse in einer Scala von wichtig bis unwichtig, von interessant bis langweilig eingestuft. Erst jetzt setzt im Wahrnehmungs-ablauf die zweite Stufe ein, das emotionale Reagieren. In Sekundenbruch-teilen werden eigene positive oder negative Erfahrungen im Zusammenhang mit dem rational erkannten Motiv aufgerufen. Da wir die persönlichen Erlebnisse eines anonymen Betrachters nicht kennen können, ist im Allgemeinen eine realistische Einschätzung der Wirkung eines Motivs schwierig, oft sogar unmöglich.

Bei einem Naturfoto-Wettbewerb wie es die »Glanzlichter«sind, überwiegt natürlich die Schönheit von Fauna und Flora und die emotionale Reaktion der Betrachter sollte durchgehend positiv sein. Da ich mich mit meiner eigenen fotografischen Arbeit selber mit Vorliebe den schönen und positiven Seiten unserer Welt zu wende, war die Teilnahme an einer Jury zu einem Wettbewerb dessen Themenskala acht hinreißende Motivbereiche der Natur umfaßt, wie ein Geschenk. Siebenhundert-neunundzwanzig Einsender haben mir Bildsüchtigem mit ihren Neuntausendeinundfünfzig Farbdia und Farbbildern zu einem lustvollen visuellen Bad in einer Bilderflut verholfen! Dabei gab es für mich vieles zu entdecken, aber auch vieles zu lernen und zu erfahren. Natürlich streben auch die Naturfotografen nach dem »einen Superbild« um im Wettbewerb erfolgreich zu sein. Darüber hinaus vermittelten die Bilder in ihrer Gesamtheit aber vor allem die Liebe und Ehrfurcht dieser Menschen zur Natur, zur Kreatur und zu unserer Umwelt. Diese Liebe und Ehrfurcht muß aber auch mit Verantwortung gepaart sein. Mit einem großen Wissen des Fotografierenden zu Fauna und Flora, zum Natur- und Artenschutz.

Das Jurieren war beglückend und schmerzhaft zu gleich. Noch nie ist es mir so schwer gefallen die Menge der Bilder auf die Begrenzung von zehn Bildern pro Kategorie zu bringen und dabei gezwungen zu sein so viele gute Bilder einfach »kippen« zu müssen. Am Ende standen nach drei Tagen jedoch, wie jedes Jahr auch 2007 die Gruppensieger und der »All-Over Winner« fest, denen hiermit meine Glückwünsche gelten.

Für mich gibt es aber bei den "9. Glanzlichtern" nicht nur die aufgeführten Gewinner. Einen großen Gewinn kann auch wieder die Naturfotografie als solche, können alle Teilnehmer des Wettbewerbs, die Juroren und die Veranstalter verzeichnen. Letztendlich werden aber auch alle Besucher der exzellenten Wanderausstellung einen Gewinn mit nach Hause nehmen.

                                      

                                                  Harald Mante

                                         Professor für Fotografie

                                          www.harald-mante.de

 

 

 

 
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