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Grußwort

Die Wahl des Themas Nationalparke für die „Glanzlichter 2006“ ist hochaktuell und dokumentiert eine Erfolgsgeschichte des Naturschutzes.

Vor vierzig Jahren (1966) kam es zu dem legendären „Gipfeltreffen“ tschechischer, österreichischer und deutscher Naturschützer auf dem Dreisessel und die aktuelle Diskussion um den Nationalpark begann erneut im Frühjahr 1966. Es war in Ostafrika, wo ich mit Professor Bernhard Grzimek über eine Passage seines Buches „Wildes Tier, Weißer Mann“ diskutierte, der zufolge er die Möglichkeit der Schaffung eines Nationalparks in Mitteleuropa bezweifelte. Wenige Zeit danach, im Frühjahr 1966 durchstreiften wir intensiv den Inneren Bayerischen Wald; der Nationalparkfachmann revidierte daraufhin seine obige Befürchtung. Das bestgeeignete Gebiet erscheint um den Falkenstein gegeben zu sein.
Kurz danach trugen wir diese Idee dem Bayerischen Ministerpräsidenten Alfons Goppel vor, womit eine lebhafte politische Diskussion eröffnet wurde, die schließlich nach vier Jahren, 1970, zur Gründung des ersten Nationalparks im Bayerischen Wald geführt hat.
1991 wurde diese Idee noch gekrönt durch die Schaffung des tschechischen Nationalparks Šumava im Böhmerwald. Schließlich gelang es im Jahre 1997 den Nationalpark im Bayerischen Wald auf die doppelte Fläche von nunmehr 23.000 Hektar zu erweitern. Damit ist die Voraussetzung gegeben, der Nachwelt ein Stück Wildnis zu hinterlassen.

Mittlerweile ich auch unstrittig, dass sich die Nationalparkidee und der sanfte Tourismus durchaus vereinbaren lassen. Hier treffen sich Ökologie, Ökonomie und Soziales im Sinne der Rio-Deklaration in optimaler Weise: Einerseits werden großräumige Naturlandschaften erhalten, andererseits Arbeitsplätze geschaffen und Einkommen im Tourismus ermöglicht. Durch geschickte Besucherlenkung ist das Nebeneinander von Mensch und Natur ohne große Reibungsverluste möglich geworden. Je weiter sich die Menschen von der Natur entfernen, desto mehr wächst ihre „Sehnsucht nach Wildnis“ und damit auch die Chance für den Tourismus neue Bereiche für den Inland-Urlaub zu erschließen.

Nach der Wende erlebte die Nationalparkidee einen Durchbruch und es war eine Großtat des Naturschutzes und die schönste Morgengabe der Wiedervereinigung, dass in den neuen Bundesländern das Nationalpark-Programm in kurzer Zeit verwirklicht wurde, so dass es heute vom Wattenmeer bis zu den Alpen sechzehn Nationalparke gibt.

Die Nationalparkphilosophie „Natur Natur sein lassen“ befriedigt die große Sehnsucht des Menschen nach Wildnis.
Wildnis ist eine Absage an die Ordnung, an das typisch deutsche, so schreckliche Verplant- Werden eines jeden Quadratmeters und an die Vertreibung der letzten Geheimnisse und Märchen aus der uns umgebenden Welt. Wildnis ist eine Kultur wider das geradlinige Denken, wider alle „du darfst, du sollst, du musst“ -Zwänge mit denen Staatsmacht und Religionen unsere Seelenwildnisse gerodet und die kreatürliche Gespürigkeit flurbereinigt haben. Aus der Wildnis lebendiger Herzen haben sie disziplinierte Kulturmenschen geformt, deren Fäden zum Lebendigen zu zerreißen drohen.
Die Wildnis in unseren Herzen ist Sehnsucht. Sehnsucht nach den Lüsten, die nichts kosten, Sehnsucht nach dem Einfachen, dem Überschaubaren, dem Menschengemäßen. Nach Zauber und nach Geheimnissen, nach Ahnung statt Wissen, nach Hoffnung statt Versprechen.
Deshalb muss Wildnis kein Urwald, kein Wildfluss, kein Wolfsgeheul sein.
Wildnis ist überall, wo wir sie zulassen: Im chemiefreien Hausgarten, in Wäldern, in denen der Luchs geduldet wird oder in einer Gesellschaft, die Wildnis denken lässt.
Wildnis ist die Lust, den Garten Eden nicht zu mähen, sondern gelassen auf das Paradies zu warten, Wildnis ist Träumen statt Aufräumen, ist das Gespräch mit der Natur statt über die Natur.

Der Schutz der Natur und der Nationalparkgedanke spiegeln sich auch in den Glanzlichtern wieder und finden seine Fortsetzung mit den Sonderausstellungen über die deutschen Nationalparke in Fürstenfeldbruck.

 

                                            Hubert Weinzierl

                 Präsident des Deutschen Naturschutzrings (DNR)

 

 

 

 
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