Der Bäcker, Überlebenskünstler und Menschenrechtsaktivist Rüdiger Nehberg zeigt am Samstagnachmittag seinen "Querschnitt durch ein aufregendes Leben".
“Sir Vival”, 1935 in Bielefeld geboren, unternahm bereits als Jugendlicher in den 50er Jahren Radtouren um die halbe Welt. Obwohl er schon 1972 mit einem selbst konstruierten Boot erstmals den Blauen Nil in Äthiopien bezwang, kam der eigentliche Durchbruch erst im Jahr 1981. Auf seinem Deutschlandmarsch durchquerte er - begleitet von einem Fernsehteam - ohne besondere Ausrüstung Deutschland von Hamburg nach Oberstdorf und lebte nur von dem, was sich unterwegs fand. Weitere spektakuläre Aktionen folgten: 1987 - mit dem Tretboot über den Atlantik, 1992 - mit einem Bambusfloß vom Senegal zum Weißen Haus, 1996 - Wettlauf durch Australien gegen einen amerikanischen Ironman und einen Aborigine, 2000 - Überquerung des Atlantik auf einer Tanne, 2003 - ausgesetzt im Regenwald Brasiliens.

Doch dies ist nur der “Querschnitt durch ein aufregendes Leben”. In seiner Dia-Reportage gibt Rüdiger Nehberg einige seiner Erlebnisse zum Besten. Es ist ein “Lebenslauf” der speziellen Art. Er zeigt, was ihn befähigt, monatelang im Abseits der Welt bestehen zu können. Zwischen kalkulierbaren Naturgewalten und unberechenbaren Menschengestalten. Bilder zwischen Witz und Schock, zwischen Steinzeit und Gegenwart, von Freiheit und Gefangenschaft, von Leben und Tod. Belege von seinen Trainings zu Hause, bei der Bundeswehr und den Reisen in ferne Länder. Im Team und als Einzelkämpfer. Dokumente, die zeigen, wie man in jedem Alter dem Körper, der Seele und dem Verstand spielerisch neue Dimensionen zuweisen kann. Wie man mit Vielseitigkeit resistent wird gegen Langeweile, Null-Bock und Arbeitslosigkeit.

Doch Rüdiger Nehbergs Reisen waren nie Selbsterfahrungstrips eines satten und sicheren Europäers, sondern hatten immer ein Ziel, das weit über die Sensation hinaus reichte. Seit 1980 setzt er sich unermüdlich für die Wahrung der Menschenrechte in verschiedenen Regionen der Erde ein, für die Yanomami-Indianer im brasilianischen Amazonas-Gebiet oder aktuell für afrikanische Frauen und Mädchen gegen die grauenvolle Praxis der Mädchenbeschneidung.
2000 gründete er die Menschenrechts-Organisation “TARGET”, die sich für eine Beendigung der weiblichen Genitalverstümmelung einsetzt. Für seinen jahrelangen Einsatz für bedrohte Völker wurde Rüdiger Nehberg 2002 das Verdienstkreuzes am Bande der Bundesrepublik Deutschland verliehen.
Auch von seinem Einsatz für die Yanomami-Indianer und gegen die weibliche Genitalverstümmelung berichtet der “Menschenrechtler auf Lebenszeit” in seinem Vortrag. Wie man Selbstvertrauen und Zivilcourage vermehrt, und wie man diese Stärken einsetzen kann. Ob daheim oder in der Öffentlichkeit. Oder dort, wo Naturschutz und Menschenrechte mit Füßen getreten werden, wo Geschundene dieser Welt Hilfe brauchen. Und um so seinem eigenen Leben Spannung und Erfüllung zu geben. Vielleicht auch dem der meisten Zuschauer.
Der Vortrag beinhaltet eine Bildersequenz über Rüdiger Nehbergs Einsatzschwerpunkt “Verstümmelung von Mädchen und Frauen in Afrika”. Wegen der Verstümmelungs-Bilder zu dieser Thematik ist dieser Vortrag für junge Leute unter 12 Jahren nicht geeignet.
Von alledem wird Rüdiger Nehberg mit vielen Worten, Gesten und Bildern in Fürstenfeldbruck berichten. “Sir Vival” lässt Sie teilhaben an einem außergewöhnlichen Leben.
Samstag, 22. Mai 2004, 16:30 - 18:00 Uhr:
Rüdiger Nehberg: Querschnitt durch ein aufregendes Leben
www.ruediger-nehberg.de