Sucht man nach einem Lebensraum der charakteristisch für den Landkreis Fürstenfeldbruck ist, so stößt man zwangsläufig auf das Moor. Einen vergleichbaren Lebensraum ‚Moor‘ gibt es auch in Norddeutschland. Verbringen Sie deshalb mit Willi Rolfes "Ein Jahr im Moor" in seiner Heimat.
Willi Rolfes wurde 1964 im niedersächsischen Lohne geboren. In seinen naturfotografischen Arbeiten widmet er sich seit 1981 besonders norddeutschen Landschaften mit ihrer Flora und Fauna. Dabei bevorzugt er Langzeitstudien eines Lebensraumes. Von Beruf ist er Diplom- Sozialpädagoge und arbeitet bei der katholischen Kirche. Heute lebt er mit seiner Familie in Vechta am Rande des Großen Moores.

Mit seinen Fotografien möchte Willi Rolfes Einblicke in die Faszination der Schöpfung geben und so zum Schutz der Natur beitragen. Seine Fotogeschichten erscheinen regelmäßig in Zeitschriften. Es sind zahlreiche Kalender und 13 Bildbände von ihm erschienen. In den vergangenen Jahren galt sein besonderes Interesse dem Wattenmeer und seinem Lieblingsthema, dem Moor.
Unzählige Male führten ihn seine Streifzüge in die Moore Norddeutschlands, der moorreichsten Region in Mitteleuropa. Dabei entstand ein facettenreiches fotografisches Portrait dieses artenarmen, jedoch hochspezialisierten Lebensraumes. Eine besondere Faszination geht für Willi Rolfes vom Moor zu den Wendezeiten des Tages aus. So liebt er es, sich allein im ersten Morgengrauen im nebelverhangenen Moor auf die Suche nach tauumhüllten Libellen zu machen.

Dabei erfährt das Moor von all unseren Landschaftsformen wohl die geringste Wertschätzung durch uns Menschen. Moore waren und sind natürliche Grenzen zwischen Städten, Regionen und Kulturräumen. Man ging dem Moor aus dem Weg oder versuchte es als Ödland zu klassifizieren und es nutzbar zu machen. Den Kultivierungsmaßnahmen ging der Wasserentzug und damit die Zerstörung des Lebensraumes Moor voraus. Wirklich faszinierend ist das Moor nur für den, der sich aufmacht etwas von der Entstehung zu erfahren, die hochgradig spezialisierten Pflanzengesellschaften und ihre Lebensbedingungen kennenzulernen und Begegnung mit der vergleichsweise artenarmen Moorfauna sucht. Der Lebensraum Moor ist keine endgültige Landschaftsform, sondern zeitlich begrenzt und einem permanenten Prozess der Veränderung unterworfen.
Die Moore entstanden in der Nacheiszeit, als die letzten Gletscher wegschmolzen und die schwindenden Eismassen Niederungen hinterließen. Sie sind somit echte Kinder der Eiszeit. Moore wuchsen an Standorten, wo ständig bzw. zum überwiegenden Teil des Jahres ein Wasserüberschuss vorhanden war. Dadurch konnten die absterbenden Pflanzenteile nicht vollständig zersetzt werden. Es bildeten sich Torfe, wobei sich die Pflanzenreste nicht nur ansammelten, sondern auch chemisch umgewandelt wurden. Doch Moore sind aussterbende Lebensräume. Von den ehemals 250.000 Hektar Hochmoorfläche in Niedersachsen sind nicht einmal 10% übriggeblieben. Dabei müssen Moore als letzte Rückzugs- und Lebensräume für gefährdete Pflanzen- und Tierarten verstanden und erhalten werden.

Der Dia-Vortrag von Willi Rolfes ist so aufgebaut, dass sich die eine Hälfte mit einem klassischen Vortrag in Überblendtechnik im Stile eines Tagebuches einem Jahr im Moor widmet. Der zweite Teil des Beitrags ist eine professionell produzierte AV-Schau, die mit Musik, Lyrik und Sprache eine gelungene emotionale Erweiterung des Themas ist und ein besonderes Seherlebnis darstellt. Willi Rolfes möchte das charakteristische und oftmals unheimliche Erscheinungsbild des Moores zeigen. Dabei ist es ihm ein Anliegen, mit seinen Arbeiten einen aufklärenden und verständnisweckenden Beitrag zum Schutz dieses Lebensraumes zu leisten.
Sonntag, 23. Mai 2004, 9:30 - 10:30 Uhr:
Willi Rolfes: Ein Jahr im Moor
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