Glanzlichter 2008 Kommentar der Jury
Liebe Frau Fuhrmann,
Als Jurymitglied des Naturfoto-Wettbewerbs Glanzlichter 2008 sehe ich mich gezwungen, zu der Diskussion über digital manipulierte Fotos, wie folgt Stellung zu nehmen:
Die Bedingungen des Glanzlichter Wettbewerbes sagen aus, dass digital manipulierte Bilder vom Wettbewerb ausgeschlossen sind. Wir, die Mitglieder der Jury (Mara Fuhrmann, Gisela Pölking und ich) haben uns die eingereichten Fotos und besonders die, bei denen der Verdacht einer Manipulation aufkam, genau betrachtet. Dies führte dazu, dass einige Bilder, die sich bereits in der engeren Auswahl befanden, von der weiteren Teilnahme ausgeschlossen wurden. Auch ein gutes Foto, welches bereits bei einem anderen Wettbewerb erfolgreich war, wurde ausgeschlossen, da solche Aufnahmen nach den Bedingungen ja auch nicht eingereicht werden durften. Also, wir haben es uns wahrlich nicht leicht gemacht! Offensichtlich sind uns nun doch zwei oder drei manipulierte Fotos nicht aufgefallen.
Ist das denn schlimm? Ich meine nicht. Denn seit es die digitale Fotografie gibt, weigere ich mich, beim Betrachten eines Bildes, den Bildautoren grundsätzlich als möglichen Lügner und Schwindler zu verdächtigen. und intensivst nach digitalen Manipulationen zu suchen. Eine solche Vorgehensweise würde mir die Freude beim Anschauen guter Naturfotos nehmen.
Sollte jedoch später der begründete Verdacht aufkommen, dass mit dem Foto etwas nicht stimmt, muss sorgfältig geprüft und nachgeforscht werden und im Bestätigungsfall mit harter Konsequenz durchgegriffen werden. Genau dies wurde richtig und in ausreichender Form getan.
Zukünftig genügt es aber nicht, dass ein zu Recht beanstandetes Bild aus dem laufenden Wettbewerb ausgeschlossen wird. Nein, die Folgen für den Täter müssen schwerwiegender sein. Wer vorsätzlich falsche Angaben macht, um sich einen Vorteil zu verschaffen, muss namentlich genannt werden und für einige Jahre, eventuell sogar für immer, von der Teilnahme an dem betroffenen Wettbewerb ausgeschlossen werden und für die Kosten die dem Veranstalter infolge der Manipulation entstehen, haftbar gemacht werden (bereits hergestellte Bildabzüge, Urkunden, Medaillen, Hefte und Bücher müssen evtl. vernichtet und durch neue ersetzt werden).
Es ist traurig, dass man solche Maßnahmen fordern muss, aber meiner Meinung nach gibt es hier keinen Unterschied zu den Dopingskandalen im Sport, außer, dass es dort um mehr Geld geht.
Den Leuten, welche durch ihre Kenntnis und intensiven Recherchen die manipulierten Bilder aufgedeckt haben, empfehle ich zukünftig ihre Kritik und Vorwürfe nicht an die Veranstalter und Juroren, sondern an die Täter zu richten, denn es sind ihre Fotografenkollegen, die solch unwahre Bilder einreichen.
Ich hoffe, dass sich die Wettbewerbesveranstalter (hier meine ich nicht nur das Team vom Glanzlichter Wettbewerb) nicht durch solch unliebsame Vorfälle entmutigen lassen und weiterhin ihre Wettbewerbe ausschreiben. Sie müssen aber bedenken, dass es Menschen, die sich einen Vorteil auf Kosten anderer verschaffen wollen, wohl immer geben wird.
Mit freundlichen Grüßen gez. Hans-Martin Braun
Ich stimme mit den hier abgedruckten Ausführungen von Hans-Martin Braun vollständig überein.
Mit freundlichen Grüßen gez. Gisela Pölking
|